Bärlauch (Allium ursinum) - Kraut mit Bärenkräften?

 

Jetzt im Frühling finden wir auf dem Markt und auch im Supermarkt wieder frischen Bärlauch. Seine breiten, spitzen Blätter schmecken mild nach Knoblauch. Zudem hat der Bärlauch ähnliche Gesundheitswirkungen. Aber wer hat die Pflanze schon mal im Wald gesehen?

Der Bärlauch ist in Europa weit verbreitet; man entdeckt ihn häufig in Laubwäldern auf feuchten und kalkreichen Böden. In seiner Nähe wachsen oft Scharbockskraut, Buschwindröschen und Maiglöckchen. Er zählt zu den Zwiebelpflanzen. Zwischen Ende Februar und Ende März treiben aus den länglichen Zwiebeln im Boden die ersten Blätter aus. Sie werden 20 bis 30 cm lang. Man kann den Bärlauch leicht mit Maiglöckchen oder dem Aronstab verwechseln. Aber aufgepasst - beide sind giftig! Sicher geht man, wenn man an den Blättern reibt. Sie duften dann ausgeprägt nach Knoblauch. Ab April beginnt der Bärlauch zu blühen. Dann verziert er den Waldboden mit zahlreichen filigranen weißen Sternchen, die sich zu einer Scheindolde zusammensetzen. Schon wenige Wochen nach der Blüte werden die Blätter welk und dünn, schließlich zieht sich die Pflanze ein. Im Sommer ist vom Bärlauch nichts mehr zu sehen. Erst im nächsten Frühjahr zeigt er mit seinem kräftigen Grün wieder den Frühling an.

Der Name „Bärlauch“ deutet darauf hin, dass er schon in Mitteleuropa zu heidnischen Zeiten sehr beliebt war. Der Bär wurde als besonders starkes Tier sehr verehrt und besonders kräftige und heilsame Pflanzen wurden nach ihm benannt. Es gilt außerdem die Sage, dass Bären nach ihrer Winterruhe zuerst den würzigen Bärlauch fressen, um nach dem langen Schlaf einen ordentlichen Vitamin- und Nährstoffschub zu bekommen.

 

Bärlauch steht nicht unter Naturschutz und darf für den eigenen Gebrauch gesammelt werden. Man sollte die Seltenheit des Bärlauchs im Kreis Coesfeld jedoch berücksichtigen: In dieser Gegend findet man ihn nicht flächendeckend, sondern meist in Naturschutzgebieten, zum Beispiel in Nordkirchen. Dort ist das Sammeln von Pflanzen und das Verlassen der Wege aber generell nicht gestattet.

 

Daher empfiehlt es sich, Bärlauch im eigenen Garten anzusiedeln. Im zeitigen Frühjahr sieht er sehr schön aus und ist ein kulinarischer Genuss – lecker und gesund zugleich. Dann kostet es sie nur ein paar Schritte, um sich ein wohlschmeckendes Bärlauchpesto selbst herrichten zu können:

 

Dafür brauchen Sie:

 

ca. 250 g Bärlauchblätter

150 g diverse Kerne wie Pinien-, Sonnenblumen- oder Kürbiskerne

500 ml Rapsöl

3 Knoblauchzehen

100 g Parmesan sowie Pfeffer und Salz.

 

Alle Zutaten werden im Mixer zerkleinert und zu frischen Frühlingskartoffeln oder Nudeln serviert! Guten Appetit!

 

Autor: Hiltburg Dietrich – Arbeitskreis Artenvielfalt