Die Wildpflanze des Monats: Der Blutweiderich

 

Wenn ich um diese Zeit bei einem Spaziergang in Coesfeld-Gaupel die wunderschönen Blütenähren des Blutweiderichs am Wegesrand in kräftigem Purpurrot erstrahlen sehe, dann erinnere ich mich immer gern an den Gartenteich meiner Kindheit. Dort stand ich oft am üppig mit dieser Pflanze bewachsenen Ufer. Ich bewunderte die herrlichen Blüten und die unendliche Artenvielfalt der darauf weidenden Insekten. Die Pflanze war ein wahrer Magnet für alle Schmetterlinge, deren Anblick mich immer schon begeisterte.

 

Heute weiß ich um die ganz besondere Bedeutung des Blutweiderichs (Lythrum salicaria) als wertvolle Nektarpflanze, die gerne von Tagschmetterlingen sowie Schwebfliegen, aber auch von Bienen und Hummeln angeflogen wird. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet im Münsterland ist der Blutweiderich in feuchten Gräben noch recht häufig anzutreffen.

 

Seinen Namen hat er entweder wegen seiner Blut stillenden Wirkung oder aufgrund seiner Blütenfarbe erhalten. Mit dem roten Farbstoff kann man übrigens prima Zucker färben. Wegen seiner Heilwirkung und nicht zuletzt auch wegen seiner Attraktivität als Gartenpflanze wurde er in Nordamerika eingebürgert und hat sich seitdem dort stark ausgebreitet. Nicht zum Nachteil der Natur! Man hat herausgefunden, dass 29 nordamerikanische Tierarten von ihm profitieren.

 

Nun, wenn ich es recht überlege – bei einem meiner nächsten Spaziergänge werde ich einige Samen aus der Natur mitnehmen und sie an meinem Teichrand aussäen. Hoffentlich sind die Wegränder dann noch nicht gemäht! Das darf nicht vor September geschehen, damit die Wildpflanzen eine Chance haben, sich auch auszusäen. Vielleicht wird sich mit diesen Samen in einigen Jahren der wundervoll blühende Teichrand meiner Kindheit wieder einfinden? Aber selbst eine einzige dieser hübschen Pflanzen wird schon ausreichen, um auch den Kindern der Nachbarschaft die vielen Nektar suchenden Insekten und Schmetterlinge präsentieren zu können. Man sieht – der Blutweiderich ist eine Pflanze mit vielen Qualitäten! Und sein Erhalt in der Natur sollte uns allen wichtig sein.

 

Autorin: Cristine Bendix - Arbeitskreis Artenvielfalt im Kreis Coesfeld