Pflanze des Monats März 2017: Scharbockskraut

 

Tausende gelbe Sterne am Waldboden

 

Merken Sie es auch? - Der Frühling ist da! Mit allen Sinnen kann ich ihn jetzt in mich aufnehmen. Die Vögel bemerken die länger werdenden Tage und wecken mich mit fröhlichem Gesang, die Sonne steigt höher und höher und erste helle und wärmende Tage erwecken in mir Kräfte, die ich über Winter in gemütlichem Rückzug angesammelt habe. Ich genieße jeden Spaziergang in die Natur und werde fast täglich mit neu aufkeimendem Leben belohnt. Ich kann es kaum erwarten in den Garten zu kommen und dort all die Schätze zu begrüßen, die mich rund ums Gartenjahr beglücken werden.

 

Jüngst habe ich beim Abräumen der Beete die erste kleine Blüte eines sich immer mehr ausbreitenden Frühlingsblühers entdeckt. Eine kleine sonnig gelbe Einladung für Bienen und andere Insekten. Bald schon wird es zu Tausenden den Boden an lichten, feuchten Stellen im Wald und in den Beeten bedecken, das Scharbockskraut.

 

Raununculus ficaria ist eine mehrjährige, ca. 5 cm hohe, sich kriechend ausbreitende Pflanze mit glänzend dunkelgrünen, herzförmigen Blättern. Dicht an dicht erscheinen in den ersten warmen Märztagen die ca. 2 cm großen, leuchtend gelben, sternförmigen Blüten, die als erste Bienenweide unglaublich wichtig sind für unsere immer mehr in Not geratenden Insekten.

 

Der Name Scharbockskraut erklärt sich aus der Tatsache, dass das Pflänzchen über sehr große Mengen an Vitamin C verfügt und früher nach einem langen Winter ohne frisches Grün gegen die aufkommende Vitamin C-Mangelerkrankung Skorbut half. Im Volksmund hieß Skorbut "Scharbock". Auch heute sind die Blätter eine sehr gesunde Zugabe in ersten frischen Salaten. Geerntet werden dürfen sie jedoch nur vor der Blüte, denn später bilden sie reichlich bittere, giftige Stoffe, die zu Magenreizungen führen.

 

Diese Pflanzen, wie auch Buschwindröschen, Lerchensporn, Leberblümchen, das Waldveilchen, u.a.…nennen wir Frühlingsgeophyten. Die in Knollen oder Zwiebeln gespeicherten Vorratsstoffe geben den Frühblühern die Kraft so früh im Jahr aus dem Boden zu sprießen und genügend Blätter für die Photosynthese zu bilden. Mit einsetzender Belaubung der Gehölze und damit Beschattung des Bodens geben alle Frühblüher die oberirdischen Teile der Pflanze auf und existieren im Boden weiter, nachdem sie ihre Speicherorgane für das kommende Jahr wieder aufgefüllt haben. Es handelt sich also um eine geniale Anpassung an die Laubwälder.

  

Auch unsere Gärten bereichern diese Pflanzen sehr. Deshalb habe ich viele gepflanzt, andere sind von allein gekommen. Alle dürfen sie bleiben. Sie sind unbedingt notwendig für die ersten hungrigen Insekten. Immer häufiger hören wir von verhungernden Hummeln. Schmetterlinge werden zu einer Rarität. Kein Wunder, denn in sterilen, „sauber geputzten“ Gärten haben sie keine Chance Nahrung zu finden. Falls Sie noch ein paar Plätzchen, zum Beispiel unter Sträuchern, im Garten finden, können auch Sie einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Natur leisten. Kaufen Sie doch einige Töpfchen mit dem Frühlingsblüher Anemonen. Es gibt sie gerade jetzt in jedem Gartencenter. Pflanzen Sie sie an geschützte Stellen, die Sie nicht regelmäßig pflegen und Sie werden sehen: Es wird sich mit den Jahren eine kleine Fläche bilden, in der es nur so summt und brummt und die sie mit großem Blütenreichtum erfreuen wird. Und lassen sie einfach das Scharbockskraut stehen, wenn es sich in ihren Beeten eingefunden hat. In kurzer Zeit ist es eingezogen aber vorher haben sich Bienen und Schmetterlinge daran gelabt.