Die echte Walnuss (Juglans regia)

 

Jetzt wird es draußen kalt und mitunter ungemütlich. Die Tage sind deutlich kürzer, die Abende länger. Im Haus machen wir es uns heimelig, zünden Kerzen an. Wir backen und kochen Leckeres oder setzen uns mit einem Buch vor den Kamin. Und wenn es uns doch mal in die Kälte zieht? Dann wärmen wir uns gerne mit Glühwein, Punsch oder Tee wieder auf. Jeder hat sein eigenes Rezept, das Beste aus der dunklen Jahreszeit zu machen. Eines darf gewiss nicht fehlen in dieser Zeit: Nüsse!

 

Zwei beliebte Nussarten wachsen im Münsterland: Die Haselnuss und die Walnuss. Über die Standorte wissen am besten die Eichhörnchen Bescheid, die im Herbst eifrig Nüsse sammeln und in der Erde verstecken. Nicht jede Walnuss wird rechtzeitig wieder gefunden - manch eine keimt und entwickelt sich zu einem neuen, sommergrünen Laubbaum. Dieser kann über 150 Jahre alt werden und dann eine stattliche Höhe von über zwanzig Metern erreichen. Doch dauert es länger als zehn Jahre, bis er die ersten Nüsse trägt und erst nach fast einem halben Jahrhundert ist der Höhepunkt der Erntemenge erreicht.

Botanisch gesehen gehört die Echte Walnuss zu den Walnussgewächsen und ihre Früchte zählen zu den Nussfrüchten. Die Blätter sind gefiedert und enthalten Gerbstoffe, wodurch sie sehr langsam verrotten.

Gesund sind die Nüsse, keine Frage: Reich an Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie Antioxidantien wirkt sich ihr Verzehr positiv auf den Cholesterinspiegel, Diabetes und unzählige weitere Beschwerden aus. Als Snack zwischendurch sind die Nüsse ein hervorragender Energiespender.

 

Walnussbäume liefern kostbares Edelholz, das meist zu Furnieren verarbeitet wird. Jedoch werden sie in der Regel nicht zur Holzproduktion angepflanzt. Der weltweit größte Walnusswald mit fast 300.000 Hektar befindet sich in Kirgistan, einer gebirgigen Gegend in Zentralasien. Er gilt auch als Walnuss-Urwald. Brachte Alexander der Große wirklich von dort die Walnuss zunächst nach Griechenland? Später eroberte sie jedenfalls viele weitere Länder und erlangte große Beliebtheit, heute gibt es weltweit zahlreiche Sorten. Die Hauptanbaugebiete sind neben China und Iran auch in den USA, der Türkei und der Ukraine.

Doch warum in die Ferne schweifen, wenn die Nüsse auch hier reif vom Baum fallen?

In Davensberg bei Ascheberg gibt es eine Walnuss-Manufaktur. Dort kann man seine eigene Walnussernte zu köstlichem Öl pressen lassen.

 

Haben Sie Appetit bekommen?

Wie wäre es mit einem winterlichen Feldsalat mit Apfel und Walnuss? Oder einem Walnusseis mit Krokant als Adventsdessert?

Dann können Sie wie das Eichhörnchen vom Erbe des Sommers zehren.

Also - genießen Sie die dunkle Jahreszeit. Der nächste Sommer kommt noch früh genug!

 

 

Ineke Webermann, Ottmarsbocholt