Du bist Pferdehalter? Dann kannst du eine ganze Menge für den Schutz der Natur tun:

 

Natur am Gebäude

  • Pflanze Gehölze an die Stallwand: Holunder verbeißen die Pferde normalerweise nicht. Was du selbst nicht erntest, erfreut die Vögel. Dort wo Pferde keinen Zugang haben, eignen sich robuste Himbeeren. Die kannst du sogar noch zu leckerer Marmelade verarbeiten oder direkt vom Strauch naschen. Die Blüten werden gerne von bestäubenden Insekten besucht.
  • Du baust oder sanierst ein Stallgebäude oder Reiterstübchen? Wie wäre es mit einem begrünten Dach? Das isoliert im Winter und bringt  im Sommer ein angenehm kühles Raumklima. Ideal für Mensch und Pferd.

 

Hilfe für Vögel

  • Biete Nisthilfen für Vögel an. Lege das ausgebürstete Winterfell für den Nestbau aus. Vorsicht: bei Mähnen- und Schweifhaaren besteht Strangulationsgefahr für Vogelküken. Jungvögel brauchen eiweißreiche Insektenkost. So werden die Pferde weniger von Insekten geplagt.
  • Richte eine Vogelfutterstelle ein. Du kannst ruhig ganzjährig füttern, Vögel verlieren davon nicht ihre Fähigkeit der eigenständigen Futtersuche.
  • Hast du Schwalben am Stall? Perfekt! Gewähre ihnen Zugang zu den entsprechenden Gebäudeteilen (Tenne etc.). Wenn Dich ihr Kot stört, befestige ein Brett unter dem Nest oder lege eine Pappe unter. Denke daran, dass sie feuchten Lehm zum Nestbau benötigen. Auch für Schwalben gibt es Nisthilfen, zum Beispiel um sie neu anzusiedeln.
  • Steinkäuze sind auf niedrigen Bewuchs angewiesen. Das ist auf den meisten Pferdeweiden gegeben. Installiere eine Niströhre, möglichst in einem frei stehenden Baum. Manchmal reichen schon Gebäudenischen. Erfreue dich an ihrer Anwesenheit. Sie sorgen dafür, dass sich weniger Nager an deinem Stall aufhalten. Wenn die Jungen die Röhre verlassen, musst du darauf aufpassen, dass Hunde und Katzen ihnen in den ersten Tagen nicht nachstellen. Wasserbottiche können für Vögel, Insekten und Kleinsäuger zur tödlichen Falle werden. Bitte stecke in jeden Bottich einen Holzstab, der den Tieren ermöglicht, aus dem Wasserbottich zu entkommen.

 

Wiese? Natürlich!

  • Hast Du eine eigene Wiese und möchtest sie naturnah gestalten? Vielleicht ist sie groß genug, um darauf (Obst-)Bäume als Schattenspender zu pflanzen? Beachte dann: Sie müssen vor den Pferdezähnen geschützt werden! Wenn ein Baum umgefallen ist: Ein Baumstamm auf der Wiese kann als natürliches Hindernis dienen, den Pferden Langeweile vertreiben und sein Zerfall als Totholz ist aus Naturschutzsicht ein sehr wertvoller Prozess.
  • Du hast genügsame Pferde, die schnell zunehmen? Du hast Bedenken, dass Deine Pferde Hufrehe und Stoffwechselprobleme durch die Weide bekommen und stellst sie immer nur kurzzeitig raus? Vielleicht ist Deine Wiese zu ertragreich. Ein Verzicht auf Kunstdünger bringt mehr Artenvielfalt auf die Wiese. Achte darauf, dass nicht nur Leistungsgräser die Wiese dominieren. Diese sind auf große Erträge gezüchtet. Jedoch nicht für Pferde, sondern für Rinder, die ebenfalls auf Leistung gezüchtet werden. Ein verborgenes Problem? Ja. Ein Patentrezept für die Umgestaltung der Wiese in Richtung extensiver Bewirtschaftung gibt es nicht. Jede Wiese ist anders und Probieren geht über Studieren. Wichtig ist, dass jene Pflanzen sich nicht unkontrolliert ausbreiten, die von den Pferde verschmäht werden wie Ampfer, Brennessel und Distel oder gar Giftpflanzen wir Jakobskreuzkraut und Nachtschatten. Erwünscht ist eine Vielfalt an Wildkräutern, die den Speiseplan bereichern. Portionsbeweidung mit versetzbaren Zäunen kann in dem Zusammenhang hilfreich sein.
  • Wenn Du selbst Heu machst, achte darauf, dass die Wiese von innen nach außen geschnitten wird und Hasen flüchten können. Ein später Mahdzeitpunkt ist für Pferde und Natur besser als ein früher.

 

So ein Mist?!

  • Du entwurmst die Pferde regelmäßig? Bedenke, dass die Wirkstoffe mit dem Mist ausgeschieden werden. Zersetzende Organismen werden dadurch geschädigt, leider auch der Wurm im Kompost. Der Mist sollte daher nach der Wurmkur gesondert entsorgt werden. Eine Kotprobe gibt Aufschluss, ob eine Wurmkur nötig ist.

 

Die Stallmieze

  • Du hast eine Stallkatze? Oder zwei? Oder drei? Das wäre dann eigentlich genug ... Jede Freigängerkatze sollte kastriert sein und ausreichend gefüttert und gepflegt werden. Dann hat sie bei dir ein sicheres Zuhause und geht wahrscheinlich nicht auf  Wanderschaft.Trotz ausreichender Versorgung jagt sie Mäuse und hilft dir damit bei der Stallhygiene.
  • Leider gibt es im Außenbereich viele Streunerkatzen, die sich alleine durchschlagen müssen und unkontrolliert sehr schnell und stark vermehren. Das ist für Bodenbrüter und flügge werdende Jungvögel mitunter problematisch. Geh Du mit gutem Beispiel voran und übernimm Verantwortung für Deine Katzen.

 

Wir Pferdehalter haben unzählige Möglichkeiten, aktiven Naturschutz zu betreiben. Finde heraus, welche Maßnahme zu dir und deiner Pferdehaltung passt und beginne noch heute damit. In meiner dreißigjährigen Pferdehaltung habe ich die meisten Tipps selber umgesetzt und berate dich gern dazu. Mir macht es große Freude, etwas für die Artenvielfalt zu bewirken.

Fotos: Ineke Webermann