Streuobstwiesen

Es gibt kaum einen anderen Biotoptyp, in dem sich auf kleiner Fläche eine vergleichbar große Artenvielfalt findet wie in den Streuobstwiesen, die dadurch zu den ökologisch wichtigsten Naturräumen in Deutschland gehören. Sie sind wertvolle Habitate und Rückzugsgebiete für Tier- und Pflanzenarten, die in den Agrarlandschaften sonst keinen Lebensraum finden. Zu den vielfältigen Lebensbereichen sind die Baumstämme, Blätter, Knospen, Blüten und Früchte, die unterschiedlich ausgeprägten Kronenbereiche in verschiedenen Höhen sowie Spalten, Höhlen, Tot- und Moderholz zu zählen.

Es kommen vor:

  • eine große Vielfalt an Gräsern und Wildkräutern, manches Mal sogar Orchideen
  • zahlreiche Säugetiere wie Fledermäuse, Haselmäuse, Wiesel, Hasen, Maulwürfe... 
  • seltene Vögel, z.B. Steinkäuze, auch in zur Verfügung gestellten Höhlen, Spechte aber natürlich auch unzählige Singvögel
  • unzählige Insekten, Weide für Bienen aber auch der vielfältige Bewuchs unter den Bäumen sorgt für reiches Nahrungsangebot für andere bedrohte Insekten.

Unabhängig von diesem herausragenden Wert für die Biodiversität gestalten Streuobstwiesen die Landschaft reizvoll und kulturell wichtige Landschaftsbilder. Nicht zu unterschätzen ist der große Wert, den Streuobstwiesen bei der langfristigen Erhaltung der genetischen Ressourcen alter Obstsorten leisten können. Verzichtet man auf sie, wird es bald nur noch sehr wenige einheitliche Obstsorten geben.

Außerdem hat jeder Besitzer von Obstbäumen, die ohne den Einsatz von Chemie gepflegt werden, die Möglichkeit über gesundes, unbelastetes Obst und Säfte zu verfügen.

 

Sollten Sie gern Ihre eigene kleine Streuobstwiese anlegen wollen, reichen schon einige wenige Bäume aus, die sicherlich auch in Ihrem Garten einen Platz finden. Ein jeder Baum zählt und hilft der Natur! Und wenn der Platz für eine größere Anlage reichen sollte und sie im Außenbereich wohnen, dann können Sie auf finanzielle Hilfe durch öffentlich Gelder zurückgreifen. Dann werden Ihnen die Bäume sogar bezahlt!


Fotos: Winfried Rusch