Wildblumenwiese

Tipps zur Anlage einer Blumenwiese im Garten

 

Fast 45% der heimischen Tier- Pflanzen und Pilzarten sind vom Aussterben bedroht und dem wollen wir vom Arbeitskreis Artenvielfalt im Kreis Coesfeld aktiv entgegen wirken. Jeder kann etwas tun, das ist unsere Botschaft.

 

Damit zum Beispiel im heimischen Garten wieder mehr Insekten, Bienen und Schmetterlinge und zuletzt auch Vögel Futter finden können, kann jeder selber eine Wildblumenwiese anlegen. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten.

 

1. Der Boden sollte möglichst mager sein. Besteht bereits eine Intensivrasenfläche, so muss man die Düngung einstellen, nur 2x im Jahr mähen und das Mahdgut abtragen. So können sich langfristig wieder heimische wiesentypischer Kräuter ausbreiten. Das ist aber vom Samenflug aus der unmittelbaren Umgebung abhängig und daher nicht immer erfolgreich und kann sehr lange dauern.

 

2. Der Rasen wird punktuell in Form von kleinen Inseln entfernt (z.B. Maulwurfshaufen eignen sich hier hervorragend). An diesen Stellen werden gezielt die gewünschten Blütenpflanzen ausgesät oder auch vorgezogene Kräuter/ Blumen eingepflanzt.

 

3. Der Rasen wird im Herbst oder im zeitigen Frühjahr kräftig gemäht und vertikutiert, so dass nur noch löchrige Grasstoppel übrig sind. Hier kann man dann mit der Einsaat beginnen. Wer den Aufwand nicht scheut, kann auch die Grasnarbe komplett abheben und zur Nährstoffsenkung gleich zehn Zentimeter Oberboden dazu.

 

Bei der Saatmischung sollten heimische mehrjährige Mischungen vorgezogen werden. Diese werden auch übers Internet von verschiedenen Firmen vertrieben (z. B: Rieger Hoffmann, SaatenZeller). Sinnvoll ist es in jedem Fall, kleine Wege in die Wiese zu mähen, damit man den verschiedenen Gräsern und Kräutern näher kommen kann. Einmal Mähen erst spät nach dem Verblühen und nach dem sich die Blumen selbst ausgesät haben genügt in der Regel. Fast noch besser ist es aber, wenn man abschnittsweise mäht. So kann sich immer wieder ein Abschnitt erholen und auch die Kleintiere können in den noch hohen Abschnitten Schutz finden. Das Mahdgut sollte jeweils abgetragen werden.

 

Möchte man nur kleine blütenreiche Oasen in seinem Garten haben, so kann man auch auf einjährige Mischungen zurückgreifen. Diese müssen dann jedes Jahr wieder neu ausgesät werden. Die Mössinger Blumensamenmischung ist hier wohl die bekannteste. Sie wird mittlerweile auch in Dülmen, Nottuln und Billerbeck zur Stadtverschönerung auf Verkehrsinseln und anderen stadtnahen Flächen verwandt. Häufigster Kritikpunkt an dieser Mischung ist, dass sie auch nichtheimische Arten enthält, die den heimischen Insekten nichts nützen. Dennoch eignet sich diese Mischung hervorragend dazu, einen schönen Einstieg in dieses Thema zu finden (door-opener) und die Menschen für Wildblumenwiesen wieder zu begeistern.

 

http://www.wege-zur-vielfalt.de/fileadmin/user_upload/assets/Handreichung_regionales_Saatgut.pdf

http://www.bluehende-landschaft.de/fix/doc/NBL-31-saatgutmischungen_erhaeltlich_nbl_1113.2.pdf

http://www.bluehende-landschaft.de/nbl/nbl.situation/index.html

http://www.wildvogelhilfe.org/garten/hecken.html

http://www.moessingen.de/de/Freizeit+Tourismus/Brosch%C3%BCren-und-Shop/M%C3%B6ssinger-Blumensamen-Mischung

http://hof-berggarten.de/index.html

Foto: Winfried Rusch


Einige Bilder von Wildblumenwiesen im Kreis Coesfeld